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Was macht der Karteikasten in der Küche?

Jeden Tag etwas Frisches kochen, schmecken muss es der ganzen Familie und der Speiseplan soll auch noch abwechslungsreich sein. Und nicht zu vergessen, schnell und einfach soll es auch noch gehen. Denn wir haben ja in der Regel jeden Tag auch noch andere Dinge zu tun als Stunden in der Küche zu stehen. Ja – genau so soll es sein oder? Also den Anspruch habe ich jedenfalls. Nur irgendwie so hundertprozentig hat das auch bei mir nicht immer funktioniert.

Frau kocht in der Küche

fotolia: lenets.ta

Warum habe ich das nicht dauerhaft geschafft ?

Klar – mit der Zeit haben sich bei mir verschiedene Standardgerichte etabliert, die es in schöner Regelmäßigkeit immer wieder gab. Aber auf Dauer wird das auch langweilig. Ich habe zwar eine Menge Kochbücher, in denen ich immer wieder schmökerte und dann auch was neues ausprobierte. Wenn es dann allen geschmeckt hat, dachte ich mir immer “genau das Rezept musst du dir merken, gibt es ab sofort immer mal wieder”. Ich glaube du weißt schon was nun kommt.
Genau. Die Frage “Wo ist denn nun das tolle Auflaufrezept gleich wieder?” Und die Sucherei ging los.
Zusätzlich passierte es mir immer wieder, dass ich irgendeine Zutat, die ich genau für das Rezept gebraucht hätte, nicht vorrätig hatte. Also kurzfristig nochmal umdisponieren. War einfach nur nervend. Und genervt sein – wer ist das denn schon gerne? Niemand.
Vor einiger Zeit stolperte ich dann über den Tipp mit dem Karteikasten im Blog von Birgit Geistbeck von Entspannt wohnen . Und ich war sofort total begeistert.

Karteikasten – was ist daran so toll?

Birgit hat sich einen Karteikasten in ihre Küche gestellt in dem sie 30 Minuten Rezepte sammelt. Das heißt in ihrem Karteikasten finden sich nur Gerichte bei denen die Zubereitung maximal 30 Minuten dauert. Die Idee fand ich einfach genial und setzte sie auch gleich um. Ein roter Karteikasten – meine Lieblingsfarbe – im Format DIN5 steht seitdem in meiner Küche.
Karteikasten mit Rezepten

Und nun kommt immer wenn ich etwas koche und es allen schmeckt eine Kopie des Rezeptes (z.B. aus einem Kochbuch), ein Zeitungsschnipsel mit dem Rezept oder handschriftliches in den Karteikasten. Bei Standardgerichte für die ich kein Rezept brauche weil ich sie auswendig kann, schreibe ich einfach nur das Wort z.B. “Gulasch” auf die Karteikarte.

Wie wähle ich die Rezepte aus die es in meinen Karteikasten schaffen?

Das Hauptkriterium ist natürlich dass es allen schmeckt. Es soll nicht zu aufwendig sein und in der Regel nicht mehr als eine halbe Stunde Vorbereitungszeit brauchen. Die meisten Rezepte in meinem Karteikasten sind also ziemlich schnell gemacht. Ab und zu habe ich allerdings auch Lust mal etwas Besonderes zu kochen und da kann es dann auch gerne etwas länger dauern. Damit diese Gerichte, die ich nicht so häufig mache nicht in Vergessenheit geraten, kommen sie ebenfalls in meinen Karteikasten. Damit ich den Überblick nun nicht verliere habe ich das System auf meine Bedürfnisse angepasst.

Mein Rezeptkarteikastensystem

Zunächst habe ich die Reiter mit den verschiedenen Rubriken (Gemüse, Nudeln, Aufläufe, Fleisch, Fisch…) beschriftet. Zusätzlich gibt es bei mir ein Punktesystem. So habe ich einen Überblick wie viel Zeit ich für die einzelnen Gerichte einplanen muss.
Rezepte auf Karteikarten
Und so sieht es aus:
Ein Punkt = dauert incl. Vorbereitung und Zubereitung maximal 30 min. Dies sind also meine Turbogerichte wenn es ganz schnell gehen muss oder ich einfach grade mal wenig Lust habe in der Küche zu stehen.
Zwei Punkte = es dauert ca. 1 Std. bis alles fix und fertig auf dem Tisch steht. Auch hier braucht die Zubereitung max. 30 min. wie das Schnippeln von Gemüse. Es kommen dann aber z.B. noch 30 min. für das Fertigbruzzeln im Ofen z.B. bei Aufläufen dazu.
Drei Punkte = hier brauche ich Zutaten, die schon vorbereitet sein müssen wie z.B. vorgekochte Kartoffeln für einen Auflauf. Insgesamt dauert die Zubereitung incl. Fertigkochen in der Regel auch maximal 1 Std. Und so kann ich diese Gerichte entsprechend einplanen. Wäre ja doof wenn ich Lust auf einen Kartoffel-Zucchini-Auflauf habe, der zwar ganz fix geht, aber die vorgekochten Kartoffeln fehlen.
Kein Punkt = Zubereitung incl. Fertigbruzzeln dauert länger als eine Stunde. So steht dann z.B. auch das Hähnchen mit Reis und Gemüse auf einer Karte. Das sind dann Gerichte, die eher am Wochenende auf den Tisch kommen oder wenn ich grade Lust und Zeit dafür habe.
Seit ich den Karteikasten in der Küche habe ist Kochen für mich auch stressfreier geworden.

Denn der Karteikasten hat noch weitere Vorteile.

Meine “schönen” Kochbücher bleiben schön. Denn wenn mal ein Spritzer oder Klecks auf die Karteikarte kommt – macht nix. Ist ja nur eine Karteikarte und die kann ich ganz leicht austauschen.
Eine Karte ist viel kleiner und nimmt in der Küche weniger Platz weg. Den Platz brauche ich ja für die “Kocherei”.
Die Zettelwirtschaft und Sucherei hat ein Ende. Denn sobald ein Rezept den Test bestanden hat, kommt es in den Karteikasten.
Kochunlust gibt es nicht mehr. Und wenn dann habe ich eine Fundus an “Turbogerichten”, die superschnell gehen. Denn eine halbe Stunde in der Küche soviel Zeit investiere ich dann doch gerne.
Es passiert es mir nicht mehr, dass ich anfangen möchte zu kochen und mir Zutaten fehlen. Denn ich überlege 3-4 Tage im voraus was es die nächsten Tage geben soll. Ich nehme die entsprechenden Karteikarten heraus und plane die entsprechenden Zutaten bei meinem Einkauf ein. So kann ich mir sicher sein, dass ich wenn ich zu kochen anfange auch alle Zutaten zu Hause habe.

Und was ich daran noch so toll finde. Alle Familienmitglieder können, wenn sie wollen mitplanen was es geben soll, denn die Gerichte die im Karteikasten sind schmecken ja allen. So ist für jeden immer mal wieder auch das Lieblingsgericht dabei.
Ich bin jedenfalls ein absoluter Fan meines Karteikastens und er wird immer voller. Platz ist für ca. 500 Rezept – eine ganze Menge also. Und so ist auf jeden Fall in Zukunft für Abwechslung beim Kochen gesorgt.

Inzwischen gibt es auch schon viele Nachahmer bei meinen Klienten und Freunden. Und jeder hat den Karteikasten genau auf die eigenen Bedürfnisse angepasst. Bei den einen kommen nur Rezepte rein, die ganz fix gehen, andere haben auch ein Punktesystem. Und wenn z.B. ein Familienmitglied eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat, kann auch das berücksichtigt werden. Gerichte, die auch derjenige verträgt bekommen einfach einen Zusatzpunkt. So hat man gleich einen Überblick welche Gerichte für alle geeignet sind und so funktioniert auch hier die Planung besser. Denn richtige Planung erleichtert einfach vieles – auch beim Kochen.

Wie findest du die Idee mit dem Karteikasten?
Wie hast du sie umgesetzt und an deine Bedürfnisse angepasst?
Schreib mir gerne in den Kommentaren. Ich freue mich schon auf deine Erfahrungen.

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